Hathor Consort & Hana Blažíková o.l.v. Romina Lischka 

Heavenly & Earthly Love

BE & CZ
ZONDAG 10 JULI - 15u00

Die italienische Komponistin und Sängerin Barbara Strozzi schaffte es mit ihrem verblüffenden kompositorischen Output und als eine von wenigen weiblichen Barockkomponistinnen in die Geschichtsbücher und wird heute ist heute hauptsächlich wegen ihrer erotischen Liebeslieder in Erinnerung. Hathor Consort und Sopranistin Hana Blazikova bringen mit ihrer Interpretation das wiederkehrende Thema der Liebe und ihrer Gefahren zur Entdeckung, in dem ausdrucksstarke Tränen und Seufzer über einer stetigen, traurigen Basslinie erklingen.

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"Lass deine Brüste wie Trauben der Rebe sein, dein Atem wie der Geruch von Äpfeln, deine Zunge wie süßer Wein, worin meine Küsse baden." (Hohelied: 7) Die erotischen Texte aus dem biblischen Hohelied nehmen einen besonderen Platz in der hebräischen Bibel ein. Das sexuelle Verlangen zwischen Menschen aus Fleisch und Blut steht im Zentrum. Um die deutlich präsente Erotik doch einzurahmen als eine Form der göttlichen und nicht der menschlichen Liebe, interpretiert das Judentum das Hohelied als eine Allegorie der Beziehung zwischen Gott und dem Volk Israel, während das Christentum das nach einander verlangende Paar als eine Allegorie Christi und seiner “Braut”, der Kirche, begreift.

 

 

Der umstrittene Inhalt des Hohelieds hielt Komponisten nicht davon ab, die provokanten Worte zu vertonen, so wie im Fall von Giovanni Pierlugi da Palestrina (1525-1594) und dessen 29-teiligen Motettenzyklus Canticum Canticorum. Auch Palestrina versteht das Hohelied keinesfalls als eine Erzählung von menschlicher Liebe, sondern als "die göttliche Liebe zu Christus und seiner Braut, der Seele". In der inzwischen berühmten Widmung, in der Palestrina den Zyklus Papst Gregor XIII. widmet, bekennt der Komponist, in der Vergangenheit die Sünde begangen zu haben, weltliche Liebespoesie zu vertonen.

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"Blažíková limpidly stylish singing eloquently conveys the poetry and its sentiments. Such rarefied beauty and intelligence means that any risk of textural monotony is deftly side-stepped, and a treasure trove of fine music is revealed." Grammophone