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le Pavillon de Musique

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le Pavillon de Musique wurde 2020 von Violinistin Ann Cnop gegründet. Ihr erster Auftrag war direkt ein Volltreffer. Sie gestalteten die Weltpremiere und Aufnahme der vergessenen Violinkonzerte von H.-J. De Croes. Damit steht die Mission des Ensembles fest: die Wiederentdeckung von unbekanntem Repertoire aus der Zeit des Barock.

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Ann Cnop hat das Wort: 

Für das Intra Muros Festival bringen wir vier Violinkonzerte des belgischen Komponisten Henricus-Jacobus de Croes aus dem 18. Jahrhundert zur Aufführung, von deren Existenz zwar jeder wusste, deren Partituren selbst aber verschwunden waren. Ich bin in der Bibliothek von Stockholm darauf gestoßen. Es ist nur eine Version auf der ganzen Welt verfügbar und die spielen wir jetzt. Das ist für uns unglaublich spannend. 

Programm

Henri-Jacques De Croes wurde 1705 in Antwerpen geboren. In seiner Geburtsstadt ging er bei Josephus Guilliemus Soussé an der St. Andreaskirche in die Lehre. Soussé war auch Singmeister (zangmeester) an der St. Jakobskirche, wo De Croes bereits im Alter von 18 Jahren als 1. Violine angestellt wurde. Einige Jahre später nahm seine Karriere als Violinist eine schnelle und internationale Wendung. Schon bald kam er in den Dienst von Prinz Anselme-François van Thurn & Taxis, dem er zu seinem Hauptaufenthaltsort nach
Frankfurt folgte, zunächst als Violinist, später sogar als Kapellmeister.

Die Konzerte von De Croes sind deutlich vom italienischen Stil geprägt. Sie erinnern oft an die Violinkonzerte Quattro Stagioni von Antonio Vivaldi, auch durch ihre neuartigen Melodien und ihre Klarheit. Wenn man die Besetzung der Konzerte von De Croes betrachtet, so könnte man sie schnell als “Concerti grossi” abstempeln. Dieser Begriff ist hier aber nicht ganz angebracht. In einem Concerto grosso werden zwei Solo-Violinstimmen so gut wie gleichwertig neben zwei begleitende Violinen gesetzt. De Croes weicht von diesem Muster stark ab, indem er der ersten Solo-Violine den Vorrang einräumt und den Beitrag der zweiten Solo-Violine sehr begrenzt hält. Die Konzerte haben dadurch eher die Strukur eines Violinkonzerts als eines Concerto grosso. De Croes spielt auch mit der Rollenverteilung zwischen den anderen Violinpartien. Im ersten Konzert wird der zweiten Ripieno-Violine eine größere Rolle zuteil als ihrer Kollegin, der ersten Violine.

Wer die Musik von De Croes zum ersten Mal hört, der wird schon im ersten Takt mit einem ‘Was passiert hier?’-Gefühl konfrontiert. Bei diesem doppelten Debüt erklingen die ersten Noten des Ensembles le Pavillon de Musique vor Publikum, wenn sie die vier Violinkonzerte ebenfalls erstmalig aufführen. Eine Weltpremiere!

Violinkonzerte I - III - IV - VI

Henri-Jacques De Croes (1705 - 1786)

Ensemble le Pavillon de Musique

Ann Cnop, Barockvioline & musikalische Leitung
Yun Kim, Barockvioline
François Fernandez, Barockvioline
Marieke Vos, Barockvioline
Frans Vos, Barockbratsche
Mathilde Wolfs, Barockcello
Elise Chistiaens, Barock Kontrabass
Ben Van Nespen, Cembalo

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